24 Jul 21

Brite Jake Dennis holt auf heimischem Boden den Sieg im 12. Rennen beim Heineken® London E-Prix

Jake Dennis von BMW i Andretti Motorsport übertrumpfte den Rest des Fahrerfeldes im 12. Rennen beim Heineken® London E-Prix, mit mehr als fünf Sekunden Vorsprung vor Nyck de Vries von Mercedes-EQ und Alex Lynn von Mahindra Racing, für einen grandiosen Sieg auf heimischem Boden.

Jake Dennis (BMW i Andretti Motorsport) errang einen klaren Heimsieg beim E-Prix in London mit einer sagenhaften Performance, bei der er das Rennen mit fünf Sekunden Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Nyck de Vries (Mercedes-EQ) und seinem Landsmann Alex Lynn (Mahindra Racing) beendete.

Dennis überholte während der zweiten Runde von ANGRIFFSMODUS-Aktivierungen den anfänglichen Spitzenreiter Lynn. Ab diesem Zeitpunkt baute der Brite souverän einen beständig wachsenden Vorsprung vor dem Rest des Fahrerfelds auf – nicht zuletzt wegen seines starken Energiemanagements, das ihn zum effektivsten Fahrer in Bezug auf Rekuperation während des gesamten Rennens machte – und fuhr wie bei seinem ersten Sieg in seiner Formula E Rookie-Saison in Valencia elegant als Erster ins Ziel.

Diese Spitzenleistung katapultiert Dennis auf den zweiten Platz in der Fahrerwertung, nachdem der aktuelle Spitzenreiter Sam Bird (Jaguar Racing) nach seinem Wandkontakt in der ersten Runde zum Aufgeben gezwungen war. 

RENNEN12

De Vries hatte sich vom neunten Platz aus durch das Fahrerfeld gearbeitet, und steht nun wieder in den vorderen Reihen der Titelanwärter, wodurch sich auch Mercedes-EQ wieder neue Hoffnung auf den Meistertitel in der Teamwertung machen kann. Lynn hatte für einen erheblichen Teil des Rennens in Führung gelegen, aber eine kostspielige Reifenblockade in der 10. Kurve, während Dennis noch seine zweite Aktivierung des ANGRIFFSMODUS vor sich hatte, ließ seinen Landsmann die Spitzenposition übernehmen. Der Mahindra Rennpilot musste sich am Ende mit dem dritten Platz zufrieden geben.

Nissan e.dams Fahrer Sebastien Buemi wurde Vierter, und Porsche Fahrer Andre Lotterer, der sich erfolgreich gegen das Audi Sport ABT Schaeffler Duo Rene Rast und Lucas di Grassi verteidigt hatte, sicherte sich Platz Fünf.

Mercedes-EQ Fahrer Stoffel Vandoorne hatte sich von Platz 14 aus vorgearbeitet und beendete das Rennen auf Platz Acht. Auch der amtierende Champion Antonio Felix da Costa (DS TECHEETAH) hatte sich vom 17. Startplatz aus emsig durch das Fahrerfeld gearbeitet und wurde Neunter – wichtige Punkte für die Verteidigung seines Meistertitels, insbesondere, da Bird das Rennen dieses Mal nicht abschließen konnte. Damit werden die Top 10 komplettiert von Buemis Nissan-Teamkollege Oliver Rowland.

Das 13. Rennen beim Heineken® London E-Prix folgt morgen, beginnend mit dem 3. Freien Training um 08:00 Uhr BST, gefolgt vom Qualifying um 10:00 Uhr und dem Rennen selbst um 14:00 Uhr.

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So spielte es sich ab ...

Lynn deckte direkt von der Startlinie sofort die Innenseite ab, um auf die Angriffe von Dennis zu reagieren, während Buemi vom dritten Startplatz aus nachfolgte. Das Fahrerfeld bewegte sich relativ sauber durch den engen 1. Abschnitt, und nur Alexander Sims (Mahindra Racing) war ein frühes Opfer – er erlitt in der 5. Kurve irreparablen Schaden, als die Fahrer den Indoor-Bereich des ExCeL Circuit verließen.

Am Ende der ersten Runde stellte sich jedoch heraus, dass auch der aktuelle Spitzenreiter der Fahrerwertung Bird in Schwierigkeiten steckte – er musste das Rennen ebenfalls vorzeitig beenden und zurück in die Boxengasse, anscheinend aufgrund eines Zusammenstoßes mit dem Heck seines I-TYPE 5. Eine Runde später gab der beschädigte Vorderkotflügel von Teamkollege Mitch Evans nach und zwang ihn zu einem Boxenstopp für Reparaturen an seinem Auto. Es war also der denkbar schlechteste Start für die Rückkehr von Jaguar für ein Rennen auf heimischem Boden nach 17 Jahren Abwesenheit.

Die Fahrergruppe an der Spitze: Lynn vor Dennis, Buemi, Lotterer, Sette Camara und Nato. Die Reihenfolge aus der Startaufstellung war also weitestgehend gleich geblieben, mit Ausnahme des Porsche, der sich vor den DRAGON/PENSKE AUTOSPORT Rennwagen von Sette Camara auf Platz Vier gesetzt hatte. Etwas weiter hinten im Fahrerfeld durchfuhr der amtierende Champion Antonio Felix da Costa als einer der ersten Fahrer die Aktivierungszone für den ersten ANGRIFFSMODUS und überholte daraufhin Edo Mortara (ROKiT Venturi Racing) und Porsche Fahrer Pascal Wehrlein, womit er schnell zuerst auf Platz 13 und direkt danach auf Platz 12 vorrückte. Die Nachricht, dass Bird und Evans nicht mehr im Rennen waren, wurde per Funk an den Portugiesen weitergeleitet, und dieser wollte daraus das größtmögliche Kapital schlagen.

Bei 35 Minuten plus einer Runde verbleibender Rennzeit und zwei Sekunden Vorsprung vor dem drittplatzierten Buemi aktivierten Lynn und Dennis an der Spitze ihren ersten obligatorischen 35-kW-Energieschub für den ANGRIFFSMODUS – einer von zwei Acht-Minuten-Energieschüben beim Rennen in London, das Doppelte der üblichen Zeit.

Der Kampf zwischen de Vries, Sette Camara und seinem Landsmann di Grassi wurde in der 6. Runde immer erbitterter, als plötzlich der Niederländer an beiden Brasilianern bis auf den fünften Platz vorbeizog, während sie dabei waren, sich gegenseitig anzugreifen. Di Grassi reagierte prompt auf das aggressive Manöver von Sette Camara, indem er beim Einfahren in die 1. Kurve in der 7. Runde innen an der DRAGON-Rennmaschine vorbeizog und sich damit den sechsten Platz sicherte. Von da an rutschte Sette Camara kontinuierlich in den Rängen zurück – nur zwei Runden später war er bis auf Platz 12 zurückgefallen.

Als es Zeit für die zweite Aktivierung des ANGRIFFSMODUS für die beiden Fahrer an der Spitze war, durchfuhr Lynn die Aktivierungszone zuerst, während sich Dennis noch zurückhielt, um dann die Führungsposition auf der Rennstrecke zu übernehmen. De Vries hatte sich in der Zwischenzeit offenbar vor Buemi und Lotterer auf Rang Drei gesetzt, nachdem er eine Runde zuvor seinen ANGRIFFSMODUS aktiviert hatte – wenig später waren die beiden jedoch wieder vor ihm, obwohl der Niederländer de Vries von seinem Team zum Beschleunigen angehalten wurde. Der Mercedes-Mann erhielt jedoch eine kurze Verschnaufpause, als Lotterer die Einfahrt in die Aktivierungszone verpasste, wodurch er auf den vierten Platz aufrückte.

Als die letzten 20 Minuten begannen, lief der erbitterte Kampf an der Spitze nach wie vor weiter, wobei Dennis noch seinen zweiten ANGRIFFSMODUS-Energieschub vor sich hatte. In der 10. Kurve der 18. Runde blockierten Lynn jedoch die Reifen, was den Mahindra Fahrer entscheidende Zeit kostete, nachdem er bisher Dennis dicht auf den Fersen geblieben war. Das ermöglichte es seinem Landsmann, seinen Vorsprung auf etwa zwei Sekunden auszubauen und klar in Führung zu bleiben, und auch eine Runde später problemlos die Aktivierungszone für den ANGRIFFSMODUS zu durchfahren.

Von da an war Dennis eine Klasse für sich – der effektivste Fahrer in Bezug auf Rekuperation, und auch in Bezug auf seine Michelin Pilot Sport EF-Reifen in einer idealen Position. Er hatte sich von Beginn des Rennens an extrem cool und selbstbewusst verhalten, und sich auch während des gesamten 12. Rennens unerschütterlich gezeigt.

De Vries startete in der ersten Haarnadelkurve einen späten Angriff auf den dritten Platz und überholte Buemi in der 26. Runde. Bis zur 29. Runde hatte er den Mahindra von Lynn eingeholt; das nutzte er in der 11. Kurve für ein Angriffsmanöver, für das er den 20-%-Energieschub durch FANBOOST nutzte. Lynn musste sich deshalb mit dem dritten Platz begnügen, dicht gefolgt von Buemi. Lotterer wehrte sich erfolgreich gegen die Angriffe des Audi-Duos Rast und di Grassi, während sich Vandoorne von Platz 14 bis auf Platz Acht durch das Fahrerfeld arbeitete.

Da Costa nutzte seinen Energieschub durch FANBOOST ebenfalls geschickt aus, um den neunten Platz von Nato zu stehlen – damit erzielte er einige wertvolle weitere Punkte, um die Differenz zum aktuellen Spitzenreiter der Fahrerwertung Bird auszugleichen, der bereits in der 1. Runde hatte aufgeben müssen. Nissan e.dams Fahrer Rowland reihte sich ebenfalls in die Top 10 ein.

Damit liegt Dennis nun zwei Punkte hinter Bird, und die Top Fünf der Fahrerwertung liegen alle innerhalb von fünf Punkten zueinander. DS TECHEETAH und Envision Virgin Racing stehen nun gemeinsam an der Spitze der Teamwertung.